Teil der Diplomarbeit Generation Shuffle

Ob iTunes oder Winamp, Download oder Stream, legal oder illegal; digitale Musik ist allgegenwärtig. Die Überführung analoger Musik in eine digitale Form hat weitreichende Konsequenzen. Diese beziehen sich nicht ausschließlich auf den Verkauf und die Distribution von Musik.
Musik ist in ihrer digitaler Form nicht mehr an einen Tonträger gebunden. Die Abhängigkeit von einem Tonträger war jahrzehntelang Grundlage für den Verkauf und ebenso die Gestaltung von Musik. Denn diese Gestaltung fand auf dem Tonträger und seiner Verpackung statt. Digitale Musik jedoch ist vollkommen losgelöst von einem Trägermedium und unterliegt folglich anderen Gesetzen. Abgesehen von der Abbildung eines kleinen, digitalisierten Covers existiert jedoch keine einheitliche Darstellungsform von digitaler Musik. Dieses kleine Quadrat versucht Repräsentant für den musikalischen Inhalt zu sein. Auch wenn eine Verpackung für digitale Musik strenggenommen nicht mehr notwendig ist, hat sich im letzten Jahrhundert die visuelle Gestaltung als ein wesentlicher Bestandteile von Musik etabliert.
Diese Arbeit versucht heraus zu finden, auf welche Weise visuell mit digitaler Musik umgegangen wird. Dazu wird ergründet wie Musik von einem Tonträger in einen nicht materiellen Raum wandern konnte und wie sie sich von Musik auf Tonträgern unterscheidet.

Wo ist die Gestaltung digitaler Musik Heute angekommen?

Zentraler Bestandteil dieser Arbeit sind Fachgespräche mit Personen die sich mit diesem Medium auseinander setzen. Wie sehen Christian Voß, Eike König, Gerd Köster, Johann Zambryski und Stepan Raht das ganze Geschehen und wie schätzen sie den Wandel in der Gestaltung ein.




„Digitale Musik ist eben kein Gut mehr, das man besitzen möchte. Digitale Musik ist überall erhältlich und das zu jeder Zeit.“ – Eike König – Designer und Gründer von Eikes Hort

„Es ist so schnelllebig geworden. Du klickst da einmal rein oder machst zufällige Wiedergabe, lässt dich ein bisschen überraschen, dass man sich aber ganz bewusst ein Album anhört und sich Zeit dafür nimmt, wird immer weniger.“ – Christian Voß – Gitarrist der Band Timid Tiger

„Es geht nicht ausschließlich darum, dass da schöne Bilder oder Fotografien drin sind, es geht um Inhalte, welche die Leute noch mal nachlesen können und nicht im Netz googeln müssen.“ – Stephan Rath – Bandmanager von Tocotronic

„Wenn du dir die Platte "Nachtgedanken" anhörst, was dann übrig bleibt an Gedanken und Gefühlen, gibt die Covergestaltung wieder. Es ist ein emotionales Echo.“ – Gerd Köster – Kölner Musiker

„Wenn die Visualisierung wahrgenommen werden soll, muss es irgendwas sein, das zwingend ist. Es muss dich zwingen, sich damit auseinander zu setzen.“ – Johann Zambryski – Gestalter vieler Plattencovers für u.a. Kraftwerk und Enigma